Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
229
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s. Kap. Ursprung der Sprache. §. 72. 229

Verhältnisse durch die Biegungssylben bestimmterund einförmiger, und nach Maßgebung der deut-lichen Begriffe, die wir jetzt davon haben, bestimmtwürden, u. s. f. Allein, da sie selbst gestehen müs-sen, daß sie dieses Besugniß nicht haben, so solltensie in Ansehung der Orthographie eben so bescheidenseyn, indem sie mit den übrigen Theilen der Sprachegleiche Rechte hat.

In der Anwendung und dem Gebrauche dieserBiegungs- und Ableitungssylben liegt zugleich diedritte Ursache der Verschiedenheit der Sprachen.Da sie größten Theils einfache und unbestimmteWurzellaute sind, so mußte sich die dunkele Empfin-dung sehr bald verlieren, daher iebenSart, Climaund Cultur ihre Herrschaft am ersten an ihnen aus-übten, gesetzt, daß sie auch bey mehrern Völkern ur-sprünglich einerley gewesen wären. Indessen wer-den auch hier noch häufige Überreste der anfänglichenÜbereinstimmung angetroffen. So sind die latei-nischen Ableitungssylben en, er, or und ur, ell-u«,eil-2,'eil-um u. s. f. mit den Deutschen en, erund el noch sehr merklich übereinstimmend. Nochgrößer mußte die Verschiedenheit seyn, wenn sichStämme und Völker vor der Ausbildung der Spra-che trenneten, da denn jedes die dunkel empfunde-nen Verhältnisse und Nebenbegriffe auf seine eigeneArt bezeichnete. Beyspiele sind unnöthig, mankann sie bey einer nur sehr flüchtigen Vergleichungmehrerer Sprachen leicht selbst finden.

§. 72. Durch Bemerkung der Verhältnisse und Die über-Nebenbegriffe erhöhete sich zugleich das Associa- getragenentions-und AbstractionS-Vermögen der Seele, daher Bcdeutun-man in Bezeichnung uuhörbarer Gegenstände im-^mer weiter gmg, und dazu bald den unmittelbaren

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