Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
230
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2zo i.Th.i.Abschn. Bildung der Wörter.

Ausdruck des Naturlautes, bald den schon ein - undmehrmahls übergetragenen Begriff desselben an-wandte. Giß, Gisch, eine Nachahmung des Na-turlautes, ward in Geist und geisten der Nahmedes Windes und Blasens, hernach des Athems, fer-ner des Lebens, der Lebhaftigkeit, dann des denken-den Wesens in uns, sobald man etwas davon zuwittern anfing, und endlich eines jeden vernünftigendenkenden unkörperlichen Wesens. Andere Spra-chen gingen eben denselben Weg und mußten ihngehen. 8xintus, gnima, 7?^/^«, '^v^>?, dasHebr.Äuac/-. lauter Bilder des Windes und des Atheins.Der Raum, das Gegenbild eines weit her tönendendumpfigen Getöses, (Lat. rum-or,) die Dauer,eine Figur der Härte, Tugend, der Leibesstarkes. f. Alle Handlungen des Geistes wurden nachkörperlichen Handlungen benannt, die wieder bloßeNachahmungen der Naturlaute waren, begreifsen,denken, fassen, schließen, beschließen, sichentschließen, verstehen, vorstellen u. f. f. DieSprache verlohr dadurch nach und nach das Tönen-de immer mehr, verlohr es mit der Zeit so sehr,daß man nach Jahrtausenden noch zweifeln konnte,ob sie jemahls getönet habe. Man bemerkt zu-gleich, daß diejenigen Wörter, deren Ton im An-fange nicht auf das genaueste bestimmt worden,dergleichen die Wurzellaute und viele der nacktenWurzelwörter sind, in ihrer Bedeutung die verän-derlichsten sind, desto veränderlicher, je unbestimm-ter der erste Laut war, der sie veranlaßte, oder jedunkler die Empfindung war, die sie nachahmenlehrte.

Durch den häufigern Gebrauch solcher auf un-hörbare und unkörperliche Dinge übergetragenen Be-deutungen, wobey der erste hörbare Laut, wenn er

nicht