Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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2. Kap. Ursprung der Sprache. §.?z. 2zi

nicht sehr genau bestimmt war, oft ganz vergessenwurde, verlohr auch der Vocal seine Eigenthümlich-keit, weil er jetzt nicht mehr nothwendiger Auedruckder Höhe und Tieft des Tones war, und daherschwankend und unbestimmt wurde. Dahergehetdie Öffnung des Mundes in manchen Wurzclwö'r-tern oft willnihrlich durch alle Vocale- durch:brech-en, brach, brach-e, brich, ge-brach-en, Bruch, Drüch-e; sprech-en, sprach,sprach-e, sprich, gc-sproch-en, Spruch;bind-en, band, bänd-e, Bund, Vünd-e;de-rveg-en, wag-en, rvieg-en, rväg-en,be-roog-en, rvichr-ig, N)uchr; Ze-bar, ge-bär-en, Ge-ber-de, ge-bor-en, Ge-burr,bürt-ig.

§. 7z. Allein auch der Hauptlaut ward dabey Berände-m'cht verschont, so sehr er auch den Grund der ganzen rung derBedeutung und des ganzen Wortes enthielt; er hatte Haupt-seine Stütze, worauf er sich steifte, den Naturlaut,verlohren, und war nunmehr der Willkühr derSprachwerkzeuge Preis gegeben. Allein diefe Will-kühr hatte ihre natürlichen Gränzen, und sie konntesich nicht zu viele Gewalt über den ConsonanS an-maßen, obne das Wesen des Wortes zu zerstören.Selten erstreckt sie sich weiter, als bis auf die Ver-tauschung der Grundlaute einer und eben derselbenClasse, oder eines und eben desselben Sprachwerk-zeuges mit einander, obgleich auch hiervon oft derGrund in einer geringern oder größern Stärke desNaturlautes liegt: Geld und gelten, flieh-en,Fiuch-t, seh-en, Ge-sich-r, Ieb-en, Gis-r;hoch, Hüg-el, Hock - er; schneid-en, Schnitt;mög - en, moch - te, Mach - t; Lonnn-en, Run-fru. f. f. Freylich veranlaßten Cultur , Mundart,Nachlässigkeit u. f. f. nachher noch manche Verän-

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