2Z2 i.TH. r.Abschn. Bildung der Wörter.
derungen, welche zum Theil sehr beträchtlich sind;allein sie betreffen doch größten Theils nur einzeleWörter. Amt, Beicht, zusammen gezogen ausAmdacht und Begichr. Andere sind von minde-rer Erheblichkeit, und bestehen theils in Versetzungdes Vocals vor dem so schweren r, bernen, brennen,Born, Brunn, dauern, dauren; theils in An-hängung des mildernden e, blöde, böse, Bube,Schwabe, Rose, Auge, für blöd, bös, Bub," Schwab, Aug, theils in Einschaltung oder An-hängung des d und r, jemand, niemand, meinet-wegen, um deinetwillen, entgegen; theils inEinschiebung des n vor den Gaumenlauten, Gang,gegangen, Lang, fangen, von gehen, sahen;theils in andern Kleinigkeiten mehr, welche an ih-rem Orte vorkommen werden.
Da übrigens bey dieser Übertragung der Be-griffe alles darauf ankam, wie man sich den neuen- Begriff, für welchen man ein Wort suchte, dachte,und dem jedesmahligen Zustande der Cultur nachdenken konnte, so mußten Begriffe, welche in derFolge der Zeit als einerley erkannt wurden, beymchrern Völkern nothwendig verschiedene Nahmenbekommen, und dieser Umstand ward denn ganznatürlich eine neue Ursache der Abweichung und Ver-schiedenheit der Sprachen von einander.
Sings- §. 74. So unbestimmt die Urheber der Spra-
schrimtter che das erste Wurzelwort gebrauchten, und so will-^Mki- k'H^ch man bey der nachmahligen Ausbildung dertnngsspl-' Sprache mit den Ableitungssilben verfuhr, so sehrbc». sind doch den Nachkommen in diesem Stücke dieHände gebunden. Es ist uns jetzt nicht ^erlaubt,die Ableitungslaute und Sylben nach eigenem Ge-fallen zu gebrauchen, und vermittelst derselben neue
Wörter