Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

2Z8 I.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.

zelworte so gern zu häufen pflegen, ohne diesesHülfsmittel sehr leicht möglich ist. Wer Z. B. inQvuuculu« den Stammbegriff in der mittlern Syl-be unc suchen wollte, weil sie an Buchstaben diereichste ist, und nach unserer Aussprache den Tonhat, der würde zuverlässig irren; indem es hier ebenso sehr eine bloße Ableitungssylbe ist, als in csr.bunculus, cgntiuncula, oi'gtiuncula U. s. s. ^chwerde an einem andern Orte einen Versuch machen,die hier vorgetragenen Lehren aus die LateinischeSprache anzuwenden, und hoffe damit den Dankder Freunde der alten Litteratur zu verdienen, in-dem diese Auflösung das einige Mittel ist, den solange verkannten Weg zur ersten und eigentlichenBedeutung der Wörter zu finden, deren Wichtigkeitwohl nicht erst angepriesen werden darf.

Aus allem, waö bisher von dem Ursprünge derSprache und den: Baue der Wörter gesagt worden,erhellet zugleich, daß der Bau der Sprachen wederso metaphysisch und göttlich ist, als einige behau-pten, noch so willkührlich, als andere wollen. Sieberuhen, ihrem Ursprünge nach, ganz auf dunkel em-pfundenen Ähnlichkeiten; und ob man gleich nach-mahls in der Vorstellung vieles davon zur Klarheitund Deutlichkeit brachte, so konnte doch der Ausdrucknicht nachfolgen, weil er eigentlich nur das Hörbareausdrucken konnte. Die Begriffe verfeinerten sichnach und nach bis Zur Deutlichkeit, allein derAusdruck blieb, waö er von'Anfange an war; undwenn er gleich in der Folge wohlklingender und ge-schmeidiger ward, so war doch seine Bestimmt-heit und Bedeutung in sich selbst keiner neuen Gra-de mehr fähig, weil er ganz an das Hörbare ge-knüpfet ist,,

§. 7S.