s.Kap. Ursprung der Sprache. §.78. 259
§. 78. Wie viel licht die Vergleichung der Verwandt«Sprachen in der Geschichte zur Bestimmung des SprachenUrsprunges und der Verwandtschaft der Völker ge- ""^währen kann, ist nunmehr bekannt genug. Destomehr aber ist zu verwundern, daß man in Aufsu-chung der Grundsätze, nach welchen diese Verwandt-schaft bestimmet werden muß, bisher nicht glückli-cher gewesen. Es ist der Mühe werth, folgendeStelle aus des Hrn. Hofr. Garrerers synchroni- -stischen Universal-Historie, S. 106 f. hierher zusetzen, weil man daraus sehen kann, wie weit unsereSprach-und Geschichts-Philosophen es bisher ineiner für beyde so wichtigen Lehre gebracht haben.
„Jedes Wort, heißt es daselbst, läßt sich von»„Zwey Seiten betrachten, erstlich in so ferne es ei-gnen gewissen Begriff anzeigt: dieß ist seine Be--„ deutung; und zum andern in so ferne es aus ge-„wissen Buchstaben besiehet, dieß will ich seine»Buchstäbliche oder äußere Gestalt nennen.„Diese zwey Stücke, die Bedeutung und die buch-„ stäb!iche Gestalt der Wörter sind die beyden Pro-biersteine, wornach man die Identität und Ver-schiedenheit der Wörter aus zwey oder mehrern„ Sprachen mit Zuverlässigkeit prüfen kann. Aber„nicht alle Wörter sind hierzu bequem, wie man„leicht eracbten wird. Zu den untauglichen ge-„hören erstlich alle Kunstwörter, hernach alle Wör-„rer, die in Religionssachen gebraucht werden, und„drittens die Onomgro^oetica, oder die Wörter,„ welche die Natur im Schall und dergleichen nach-„ ahmen. „
„Die Wörter, aus deren Identität oder Ver-schiedenheit man auf die Verwandtschaft oder„Nicht-Verwandtschaft der Sprachen sicher schlie-
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