Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
241
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2. Kap. Ursprung der Sprache. §. ?Z. 24!

einander überein kommen. Und die Identitätin der buchstäblichen Gestalt der Wörterdurch eineReduction heraus bringen, heißt dar-thun, daß die Radicalbuchstaben nach Regeln, diein der Sprache hergebracht sind, entweder versetzt,oder dnrch Zusätze vermehrt, oder durch Auslassungvermindert, oder bloß verschiedentlich ausgespr-ochen werden.,,

Dieß voraus gesetzt, glaube ich im Stande zuseyn, einige Regeln zu geben, wodurch man denUnterschied zwischen Sprachen undDialecten, undzwischen verwandten und nichtverwandten Spra-chen, und zugleich die Grade der Verwandtschaftbestimmen kann.,,

1.Sprachen in denen nur wenige chara-kteristische Wörter eine Identität, sie sey nun sichtbar oder reducirt, haben, sind nicht verwand-« te Sprachen, noch weniger Dialecte. Diese we- nigen identischen Wörter zeigen nur an, daß ein- mahl das menschliche Geschlecht nur eine Sprache^ geredet hat: in einigen kann auch die Identitätnurzufällig seyn.,,

2. ^Sprachen, in denen die characteristischenWörter entweder zur Hälfte, oder nahe gegen die Hälfte, oder allenfalls bis zum dritten Theil,identisch sind, können für verwandte Sprachengehalten werden: man siehet zugleich hieraus, wie die Grade der Verwandtschaft steigen und fal-len können.,,

?> -Sprachen, in denen die characteristischen«Wörter über die Hälfte identisch sind, können für» Dialecte einer Sprache gehalten werden.

Adel.D.Spr.

Q 4.Spra-