Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
260
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26o i.Th.i.Abschn. Bildung der Götter.

auch einen halben Ton haben, insgesammt für ge-dehnt, und dieser Irrthum hat denn den andern er-zeuget, daß man nach einem Doppellaute keinengedoppelten Consonanten schreiben durft. Alleinein wenig Aufmerksamkeit auf die Aussprache leh-ret uns, daß im Deutschen auch Doppellaute ge-schärft werden können, und alsdann sollte man denfolgenden Hauptlaut auch billig doppelt schreiben:reisteil, rveifsen, ciealbare, schmeißen, durveifir, er rveiß, beissen, Meisten, Preussen,das Äussere, greiffen, pfeisten, sausten, Haus-sen, lauten doch dem Doppellaute nach wirklich ge-schärfter, und dem Consonanten nach härter als inreisen, rveisen, zeigen, die Meisen, laxientes,und als dcisen, preusen, Meisen, pfeifen u. s. f.ausgesprochen werden können. Freylich gibt es Fäl-le, wo man noch zweifelhaft feyn kann, ob die Deh-nung oder die Schärfung herrscht, laufen, Zwei-fel, raufen, befleißigen; allein dieses rühret bloßdaher, iveil der Übergang von dem gedehnten zudem geschärften Tone durch eben so. unmerklicheStufen geschiehet, als alles übrige in den Spra-chen. Zwar scheinet in den als zweifelhaft ange-führten Wörtern die Dehnung zu herrschen; indes-sen erhellet doch aus allen so viel, daß der Doppel-laut kein sicheres und allgemeines Zeichen der-selben ist.

Nnd die §. 90. Einige neuere Oberdeutsche Sprachleh-Ivcichm rer, welche die harten Hauptlallte ihrer Classe, ch,.y.inpt- p, k, r und z so gern für doppelte Buchstaben aus-geben möchten, haben den Sah aufgestellet, daßdie harten um deßwillen nur nach geschärften, dieweichen aber nur nach gedehnten HülfSlaucen stehenkönnten, und aus dieftm Grunde alle Verdoppe-lung