Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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275 I.TH. 2.Abschn. Von den Redetheilen.

eine Sprache, und was zu ihr gehöret, betrachtetwerden muß. Ich will nur ein Paar der neuestennennen. L.amderr, einer unserer größten Philoso-phen, auf welchen Deutschland mit Recht stolz ist,widmet einen großen Theil des zweyten Bandes sei-nes neuen «Drgaitt der Sprache und ihren Theilen,allein man vermisset hier den tiefen und hellen Blick'des Philosophen ganz, welchen man in andern Ab-schnitten bewundert. Er siehet an dem Artikel im-mer nichts, als die Bezeichnung des Geschlechts derHauptwörter, an dem Verbo nichts, als daß es einThun oder Leiden andeutet. Harris, ein Engländer,wußte in seinem ^ermex selbst nicht, was er ausder Sprache und ihrem Baue machen sollte, so sehrer auch die Dunkelheit seiner Begriffe durch dasGepränge mit der alten Litteratur zu verbergensucht. Court de Gebelm, ein Franzose vonüberaus vielem Witze und einer- erstaunlichen Be-lesenheit, hat den ganzen zweyten Band seines Klon-cje mimiti5 einer so genannten (ZiÄmmgirs uiüver.felle gewidmet; allein, wenn man nun den ganzendicken Band von vierthalb Alphabeten mühsamdurchgelesen hat, so erhält man doch keine neue Auf-klärung, und bedauert den Mann, der mit eineinsolchen Aufwands von Witz und Beredsamkeit dochimmer leicht über der Oberfläche dahin schwebt, undseine ganze Gründlichkeit an Gegenstände verschwen-det, welche hierher gar nicht gehören, dergleichendie anatomische Zergliederung der Sprachwerk-zeuge ist.

Ich habe mir sowohl in diesem größcrn Werke,als in der kleinern Sprachlehre für Schulen, vor-züglich angelegen seyn lassen, diesen Mangel derGründlichkeit und Bestimmtheit in unsern bisberi-igen Sprachlehren zu ersetzen, und in alles, was da-zu