i.Kap. überhaupt. §.100.101. 277
ten die Deutschen nebst den übrigen abendländischenVölkern'2. den von den Römern vernachlässigten'Ar-tikel ein, welcher andeutet, ob die ganze Gattunggemeinet sey, oder ein oder mehrere theils! bereitsbekannte, theils unbestimmte Individua aus der-selben. Dieß ist der wahre GesichtSpunct, auswelchem man den Artikel betrachten muß, nichtaber als ein bloßes Zeichen des Geschlechtes derHauptwörter, welches bisher der herrschende Tonin allen Sprachlehren gewesen ist. Er folget, wiealle Bestimmungswörter des Substantivs, demsel-ben auch in dem Geschlechte, ist aber um deswilleneben so wenig ein bloßes Zeichen desselben, als daöAdjectiv und die meisten Pronomina; ja im Pluralkann er es so wenig bezeichnen, als andere Bestim-mungswörter, und auch im Singular muß mandas Geschlecht des Hauptwortes bereits wissen, wennman dem Artikel seine gehörige Beugung gebenwill. Es sollte daher auch der Deutsche NahmeGeschlechtswort, welchen man ihm in den neuernZeiten gegeben hat, nie wieder gehöret werden.
§. 101. Durch den Artikel wird zwar auch der Der Zahl-jedesmahlige Umfang des GattungSworteS angege- wvtter.ben, oder angedeutet, wie viel Individua aus derganzen Gattung man meinet, aber nur sehr unbe-stimmt, und nicht weiter als es durch die bloße .Selbständigkeit geschehen kann. Allein es kommentausend Fälle vor, wo solches genauer, entweder mitausdrücklicher Bemerkung der Zahl, oder auf eineunbestimmtere und allgemeinere Art, geschehen muß.Hierzu dienen nun z. die Nmneralia oder Fahl-rvörrcr, welche, so wie der Artikel, bloß um derGattungswörter und ihrer Bestimmung willen dasind, indem die eigenen Nahmen ihrer als eigeneNahmen eigentlich nicht bedürfen.
S z §. IS2.