Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
280
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230 I.TH. 2.Abschtt. VondenRedetheilen.

leget, heißt 7. das Verbum. Dieses theilet sichin zwey sehr ungleiche Classen. Es bezeichnet ent-weder die bloße Einverleibung, und weiter nichts,oder es schließt zugleich die Beschaffenheit mit insich, welche dein Dinge beygeleget werden soll. Daserste geschiehet vornehmlich durch die Verba seynund werden, der Mann ist groß, das Hauswar schon, der Vaum wird groß; das letztereaber durch alle übrigen Verba, welche letztem da-her eigentlich zusammen gesetzt sind, oder sich dochinsgesammt in ein Adverbium und das Verbumseyn auflösen lassen: er schläft, oder er ist schla-fend, starren oder starr seyn. Und in diesemVerstände ist das Verbum ein Wort, welches dasPrädicat nebst der Einverleibung in einem und ebendemselben Worte enthält. Ich werde an seinemOrte zeigen, daß dieser Begriff, welchen Hr. RectorLunö in der oben angezeigten Schrift bestritten hat,immer noch der richtigste und faßlichste ist, welchenman von einem so schweren Redetheile nur gebenkann. Man nennet das Verbum im Deutschendas Zeitwort; ob nun gleich dieser Ausdruck nureinen Umstand seiner Bestimmung ausdruckt, sokann man ihn doch behalten, weil man wohl nichtleicht einen schicklichern für denselben ausfindig ma-chen wird, und er doch wenigstens keine irrige Vor-stellung erweckt, wie die Nahmen Geschlechts-wort, Fürwort und Nebenwort thun.Der Pr!i- §. 106. Da durch diefe Redetheile noch nicht al-xosition. le Bestimmungen erschöpft werden, welche in einervollständigen Rede erforderlich sind, und besondersnoch das Verhältniß übrig ist, in welches zwey Din-ge durch daö Prädicat versetzet werden können: sohat man für dieses Verhältniß einen eigenen Rede-cheil, welcher die Präposition heißt, und welcher

zugleich