Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
292
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292 l. Tl). 2. Abschll. 2. Kap. Substantiv.

EigeneNahmen

Um

tivis Statt finden muß, indem die Benennung ei-nes Dinges nach gewissen allgemeinen Merkmahlennicht anders, als nach geschehener Abstraction der-selben möglich ist.

§. i2o. Ein Individuum oder einzeles Ding istdurch sich selbst hinlänglich bestimmt und von allensind cigrnt- übrigen Dingen abgesondert. Sollte nun seinNah-üch oxpella- ^ ^ individuell und bestimmt seyn, so müßteer zugleich alle die Merkmahle ausdrucken, welcheein Ding zu einen: Individuo machen; allein, dasist einer jeden menschlichen Sprache unmöglich,weil sie, wie wir in dem zweyten Kapitel gesehenhaben, eigentlich nichts als das Hörbare an einemDinge ausdrucken kann, und eben dieses Hörbareein so allgemeines Merkmahl ist, daß es nicht alleinallen Dingen einerund eben derselben Art, sondern oftauch Dingen sehr verschiedenerArt, zukommen muß.Es hat daher keine einige Sprache wahre eigeneNahmen aufzuweisen, sondern alle diejenigen, wel-che man dafür annimmt, sind ursprünglich Appella-riva, welche nur auf einzele Dinge angewandt wor-den: Carl, ein rüstiger tapferer Mann, Christian,ein Christ, Elbe, ein Fluß, Leipzig , eine iinden-stadt und so ferner.

Wenn ein Appellativum in einer Sprache häu-fig als ein eigenerNahme gebraucht wird, so fängt eran in der ersten Gestalt zu veralten; oder vielmehr,die eigenen Nahmen sind in jeder Sprache so alt,daß sie als Appellativ« längst veraltet sind, und sichnur als eigene Nahmen erhalten haben, in welcherGestalt sie immer am längsten aufbehalten werdenkönnen, ob sie gleich auch hier nicht der Vergäng-lichkeit ganz unwiderstehlich sind, wie so viele jetztvöllig abgegangene eigene Nahmen der vorigen

Jahr.

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