ZOO i.TH.2.Abschn. 2.Kap. Substantiv.
wenn jemand ein Schalthier einen Lisch nennet?Gewiß bloß aus einer dunkeln Empfindung, daßdieses nicht zu der Classe von Individuen gehörenkönne, welche man mit dem Nahmen Lisch bele-get, der eigentlich eine Nachahmung des lautes ist,welchen ein mit Floßfedern versehenes Wasserge-schöpf durch seine schnelle Bewegung im Wasser ver-ursacht, welches das Schalthier nicht kann. Inden Wissenschaften, wo man die Gegenstande nachwahren und deutlich erkannten Merkmahlen undUnterschieden bestimmen muß, macht das freylichoft Verlegenheit und Verwirrung, daher man sichdaselbst so oft genöthiget siehet, dem Sprachgebrau-che Gewalt anzuthun, und, mit Beybehaltung deseinmahl eingeführten Ausdruckes, die Gränzen derGattungen und Classen zu verändern, und dabeyganz andere Merkmahle zum Grunde zu legen, alsder beybehaltene Nahme bezeichnet.
Nothwen- §. 126. Jedes Wort ward, wie wir oben gese-digkeitdcö hen haben, von den Spracherjindcrn zu einem eige-AMkelS. nen Nahmen bestimmt; allein cs ward wider ihreAbsicht ein GattungSnahme, und mußte es! in allenFällen werden, weil das Merkmahl nicht individuell,sondern allgemein war. Allein dadurch verlor er zu-gleich seine Selbständigkeit, das heißt, er konnte anund für sich nicht mehr ein bestimmtes Individuumvon der Gattung bezeichnen, welche er ausdruckte, weiler auf alle paßte. Ja er verliert diese Selbständig-keit immer mehr, je höher die Gattung oder Classeist, welche er ausdruckt, weil jede höhere Classe im-mer mehr Individua unter sich begreifst, und ihrNahme also immer weniger geschickt wird, ein ein-zeles bestimmtes Ding aus derselben zu bezeichnen.Man mußte diese Unbequemlichkeit sehr bald ent-decken ;