i. Dessen Arten. §.126.127. zvi
decken; allein, die Mittel, wie man ihr abzuhelfensuchte, sind nicht in allen Sprachen einerley. Ei-nige übersahen sie ganz, halfen sich in der Kindheitdes Verstandes mit Geberden, und behielten, da beyweiterer Cultur die Geberdensprache immer einge-schränkter wurde, so wie die Lateiner, da6 nackteGattungswort ohne alle äußere Bestimmung auchda bey, wo sie nur eines oder das andere daruntergehörige Individuum verstanden wissen wollten,und verließen sich, in dessen nähererBestimmung,aufden Zusammenhang, verursachten aber dadurch oftDunkelheit. Andere wählten gewisse Wurzellaute,welche sie dem Gattungsworte vorsetzten, ihm die Ver-lorne Selbständigkeit in gewissen Fällen wieder zugeben, oder es geschickt zu machen, nur eines oderdas andere bestimmte Ding aus der großen Mengevon Individuen, welche es bezeichnete, auszudru-cken ; und so entstand der Artikel, welcher daherbloß um der Gattungswörter und ihrer Selbständig-keit willen da ist, keines Weges aber das Geschlechtder Substantiven zu bezeichnen, wie gemeiniglichgeglaubt wird. Siehe das folgende Kapitel vondem Artikel.
§. 127. Die Gattungswörter sind allgemeine Und desNahmen aller einzelen Dinge von einer gewissen Plurals.Art. Da nun die Rede bald eines, bald mehrerederselben zugleich betreffen kann, so müssen sie auchgeschickt seyn, dieses Verhältniß der Zahl an sichselbst auszudrucken, und besonders die Mehrheit derDinge ihrer Art zu bezeichnen. Im Deutschen ge-schiehet das letztere durch die Anhängung gewisserWurzellaute als Biegungssylben des Plurals.DerPlural ist also wiederum nur um der Gattungs-wörter willen da, weil der Nahme eines Individuieben so wenig mehrfach seyn kann, als das Indivi-duum