Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
313
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2. Dessen Bildung. §.134. 31z

Einen andern ähnlichen Gang der Verfeine-rung der Sprache, und besonders der HochdeutschenMundart, werden wir bey den irregulären Zeitwör-tern zu bemerken Gelegenheit finden, welche sich im-mer mehr der regulären Form nähern. Beydeund mehrere ähnliche Arten der Verfeinerung hatdie Sprache bloß sich selbst und dem allgemeinenGange der Cultur, der sich in allen Sprachen ähn-lich ist, zu danken, nicht aber den Bemühungeneinzeler Mitglieder oder Sprachlehrer, welche leh-tern vielmehr alles angewandt haben und zum Theilnoch anwenden, die Sprache darin zu hindern.

§. 1Z4. Die abgeleiteten Hauptwörter können auf Ableitungverschiedene Art betrachtet werden; entweder nach der Sub-den Redetheilen, von welchen sie abgeleitet werden, stanttven.oder nach den Ableitungssylben, von welchen solchesgeschiehet, oder nach der Bedeutung, welche dieHauptwörter nach der Ableitung und durch dieselbebekommen.

In Ansehung der erster» Art können Subsian-tiva von den meisten Redetheilen hergeleitet werden.Von Adjectivis, Seligkeit, Bosheit, Arbeit-samkeit, Eigenschaft, Finsterniß, Länge, vonselig, böse, arbeitsam, eigen, finster und lang;vou andern Substantiven, Königinn, Söhnlein,Häuschen, vonAönig, Sohn und Haus; vonVerdis, Mahler, Mahlerey, die Betrachtung,Schlägel, Aunst, Geplauder, von mahlen,betrachten, schlagen, können, plaudern; vonZahlwörternu.s. f. Indessen muß man inAngebungdes Stammwortes nicht zu voreilig seyn, weil zweyund mehrere Wörter mit einerley Wurzelsylbe ebenso oft Seitenverwandte als einander untergeordnetseyn können. Wer kann mit Gewißheit behaupten,

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