Zl6 I.TH. 2.Abschn. 2.Aap. Substantiv.
nen indessen mit ihrem Verbo gleich alt zu seyn:Begier, Behuf, Beginn, Behelf u. s. f. kön-nen eben sowohl unabhängig aus den Wurzellautengier, ginn, Huf, helf gebildet seyn, als die Zeit-wörter begehren, behufen, beginnen und behel-fen. Kcnneten wir die Bedeutung dieses Lautesgenauer, sd würden wir auch entscheiden können, obdas bloße b der Wurzellaut des ausgebildeten be,in Blick, Blur, Brücke, Braut u. s. f. zur Aus-bildung oder zur Ableitung gehöre.
Die Vorsylbe ge läßt sich mit mehrerer Gewiß-heit als eine Ableitungssylbe für Substantive an-nehmen , obgleich ihre Bedeutung in den Collectivsund Frequentativis bestimmter und deutlicher ist,als in den AppellativiS oder Gattungswörtern, au-ßer daß sie in einigen etwas Gewirktes, Hervor-gebrachtes zu bezeichnen scheinet: Gestell, Ge-biß, Geschöpf, Genick, Geruch, Geschenk,Gehülfe, Geftift, Gedicht, Gewölbe. Vielederselben sind vermittelst dieser Sylbe von Verbisabgeleitet, andere aber scheinen von denselben un-abhängig aus dem Wurzelwort selbst gebildet zuseyn. Was von dem einfachen Laute b gesagt wor-den, gilt auch von dem g in Gluch, Gruft, Glo-cke, Glied, Graf, Grind, und dessen Verstär-kung in Rrafr, Ixluinp, Rloß, Rnore, Aräheu. s. f. Wo es, so wie das vollständigere ge, in vie-len eine bloß müßige Verstärkung vermittelst desmanchen besonders südlichern Mundarten so ge-wöhnlichen Gaumenlautes seyn kann, indem vieledieser Wörter ohne Nachtheil ihrer Bedeutung auchohne diese Ableitungssylbe gefunden werden, wieBieth, Burr, Schoß, Heiß u.s.f. für Gebieth,Geburr, Geschoß, Geheiß.
§. iz6.