Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
341
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2. Dessen Bildung. §. 140. 341

Wörter vermittelst derselben zu bilden, hängt ganzvon der bestimmten und noch jetzt bekannten Be-deutung derselben ab. Ist diese durch die jängeder Zeit verloren gegangen, oder doch unkenntlichund dunkel geworden, so bleiben sie auf die einmahlvorhandenen Worter eingeschränkt, und es lassensich keine neue mit denselben wagen. Daher lassensich die Ableitungslaute und Sylben d, de, e, el,en, fr, ich, ichr, ig, mg, sal, sam, schaft, t,th und chum, jetzt nicht weiter zur Bereicherungder Sprache anwenden, wenn wir gleich überhauptwissen, daß diese collectiv, jene avpellativ und eineandere abstracc ist; zum deutlichen Beweise, daßes dem Menschen natürlich ist, nichts ohne einegewisse Ursache zu thun, daher auch um deßwillendie Sprache unmöglich eine Sammlung willkühr-licher Töne seyn kann. Aus eben der Ursache kön-nen auch keine neuen Concreta auf ung, keine Ab-stracta auf el und er, und keine Collectiva mit derVorsylbe ge mehr gebildet werden, weil die Bedeu-tung gedachter Partikeln in allen diesen Fällen dun-kel und unbekannt ist. Ein wenig mehr Freyheithat man in Ansehung der Nachsylben ling, (dochnur, wenn sie im verächtlichen Verstände gebrauchtwird,) niß, heic und keit; weit mehrere aber inAnsehung der Vorsylbe Je, so fern sie iterativ ist,der Endsi)lben chen, lein, er, (letztere doch nurzu Bildung männlicher Hauptwörter von Verbis,)inn, ey und ung, letztere, Abstracto von Verbis zubilden; alles aus keiner andern Ursache, als weildie Bedeutung dieser Ableitungssylben, wenigstensin den angezeigten Fällen, bestimmt und bekannt ist,daher sie die Absicht des Sprechenden erfüllen undden Begriff erwecken, welchen er mit ihnen verbun-den hat, welches jene nicht können, weil ihre Be-

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