4. Vom Plural der Hauptw. §.161. 37z
welcher daher bloß um ihrer willen da ist. Die ei-genen Nahmen sind also als solche von dem Pluralausgeschlossen, weil jedes einzele Ding nur einmahlvorhanden ist. Allein, da alle eigene Nahmen nichtallein ursprünglich Gattungsnahmen sind, sondernauch noch häufig jetzt als Gattungsnahmen ge-braucht werden, so'sind sie als solche auch des Plu-rals fähig, wie bereits §. 52z. bemerket worden.
H. i6l. Hingegen sollten, diesem Grundsätze zu Gattunzs-Folge, auch alle Gattungswörtcr eines Plurals fähig wörtcrohneseyn, weil sie die Dinge nach einem gewissen gemein- P!nrsl.schaftlichen Merkmahle benennen, welches sich da-her an mehrcrn befinden muß, und die allermeistenkönnen auch wirklich im Plural gebraucht werden»Allein es gibt deren doch einige, deren Plural ent-weder ganz ungewöhnlich oder doch selten ist. Da-hin gehören vornehmlich solche, welche ursprünglichAbstracta waren, und einen Zustand bedeuteten,und daher auch des Plurals unfähig blieben, alsman sie concret zu gebrauchen anfing. Bey andern ,scheinet die Ursache bloß in einem unterlassenen Ge-brauche zu liegen, weil man selten Gelegenheit hat-te, das Ding, welches sie bezeichnen, mehrfach zusehen und zu benennen, daher der Plural noch jetztungewöhnlich klingt, wenn man ihn zu gebrauchengenöthiget ist. Ganz ungewöhnlich ist er im Hoch-deutschen von Rath, so fern es coulilium bedentct,von Dank, wovon doch ehedem der Plural dieDanke in der Bedeutung eines aufgestellten Prei-ses sehr gewöhnlich war, vonlVille, Bund, sofern es ein Bündniß bedeutet, Verstand, Ver-nunft, ^Virz u. a. m. obgleich alle diefe Wörterjetzt eben so wahre Gattungswörter sind, als Tu-gend, Laster, Einsicht u. s. s. Nur selten hin-gegen ist er, wenigstens im Hochdeutschen, von
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