Z92 I.TH. 2.Abschn. 2. Kap. Substantiv»
z. Sowohl für das Subject, als für das Prä-dicar, das Verhältniß desjenigen Substantives,auf welches sich ein anderes Substantiv beziehet,und ohne welches es nicht deutlich verstanden werdenkann. Dergleichen Substantive, welche solche Ver-hältnißbegriffe bezeichnen, sind z. B. Sohn, Toch?ter, V^ccr, Mutter, Diener, Rnechc, welcheihre völlige Deutlichkeit erst von einem andern Sub-stantive erhalten müssen, so wie die meisten Abstra-cta durch dasjenige Ding erklaret werden müssen,an welchen? sie sich befinden, und von welchem sieabgezogen worden. Derjenige Casus, welcher diesesVerhältniß ausdruckt, wird der Genitiv genannt,welcher zugleich der verwickeltste und schwerste Casusfür den Syntax aller Sprachen ist, weil dieses Ver-hältniß oft nur sehr dunkel empfunden werden konn-te, oder vielmehr, weil die Spracherfinder alle Ver-hältnisse, wovon sie nur sehr dunkele Begriffe hat-ten, durch diesen Casum ausdruckten.
Was bisher von den Verhältnissen gesagt wor-den, welche die Casus ausdrucken, gilt freylich vor»ihnen nur in den meisten Fällen. Alis dem Syn-tare wird erhellen, daß sie neben bey noch mancheandere, zum Theil sehr verschiedene Verhältnisse be-zeichnen müssen, wovon man keinen andern Grundangeben kann, als weil die Erfinder und Ausbilderder Sprache von ihnen nur sehr dunkele Begriffehatten, und daher die Arten der Verhältnisse so oftmit einander verwechselten. So wird der Genitiv,welcher eigentlich die Erklärung eines Verhältniß-Begriffes in einem Substantive ist, sehr häufig auchmit Adverbiis und Verbis verbunden, wo es, beson-ders bey den letztem, sehr schwer fallen würde, an-zugeben, warum man gerade diesen und keinen an-dern Casum gewählet.