5. Von der Declination. §.172. 395
Diese fünf Fülle folgen nun gemeiniglich in fol-gender, obgleich nia)t der bequemsten Ordnung auf-einander: der Nominativ, Genitiv, Dativ, Ac-cusativ und für die, obgleich wenigen Falle, in wel-chen er vorkommt, der Vocativ. Wenn man die imvorigen entwickelten Verhältnisse, welche die Cafuöbezeichnen, nur ein wenig aufmerksam betrachtet, sosiehet man leicht, daß die gewöhnlichen Lateinischen Benennungen derselben, den ersten und letzten Falletwa ausgenommen, sehr unschicklich sind, und denBegriff jedes Verhältnisses sehr schlecht ausdrucken.Man hat daher schon seit dem vorigen Jahrhunderteversucht, bequemere Deutsche Nahmen an ihre Stel-le zu setzen; allein oft waren es bloße, zum Theilsehr unglücklich gerathene Übersetzungen der lateini-schen, oder wenn sie davon abwichen/ so hatten dochdie Erfinder von den CafibuS selbst nicht die deut-lichsten Begriffe, oder ihre Nahmen hatten andereUnbequemlichkeiten. Es würde überhaupt sehrschwer, wo nicht gar unmöglich fallen, für jedenCasum, den Accusativ etwa ausgenommen, welchernoch der bestimmteste ist, einen schicklichen Deut-schen Nahmen zu erfinden, der auch nur die meistenzu jedem gehörigen Verhältnisse bestimmt ausdruck-te. Ich werde daher im folgenden lieber die altenLateinischen Nahmen behalten, weil sich bey ihnenam wenigsten von dem Wortbegriffe mehr einmi-schet, und es überhaupt mehr nachtheilig als nütz-lich ist, allgemein bekannte Kunstwörter mit unbe-kanntern zu vertauschen, wenn die letztern nicht fsglücklich gewählet werden können, daß sie zugleichden ganzen wahren Begriff der Sache auf die deut-lichste und bestimmteste Art ausschließen. Die un-' schädlichste Deutsche Benennung der Cafuum istnoch die, wenn man sie nach der Zahl der gewöhn-
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