Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
395
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5. Von der Declination. §. 174. Z95

ständigste Declination haben, eine eigene BisgungS-fylbe für den Nominativ, welche aber eigentlich dieGeschlechtssylbe ist.

Der Genitiv wird in vielen Fällen, und beson-ders bey vielen weiblichen Wörtern, gar nicht be-zeichnet, in den übrigen bekommt er ein es oder s,en oder n, oder das zusammen gesetzte ens zu sei-ner Biegungssylbe, welches letztere doch von einemalten Nominativ auf en ist, daher nur das s alsBiegungssylbe angenommen werden kann.

Der Dativ bekommt zuweilen ein e, zuweilenauch ein en oder n, die beyden letztern doch nur,wenn derGenitivsie schon angenommen hatte. Ebendieses gilt auch von dem Accusativ, welcher keineeigene Biegungssylbe hat, sondern in einigen Fällennur das en oder n des Genitivs und Dativs beybe-hält. Daß der Vocativ nur selten von dem No-minative unterschieden ist, ist bereits oben bemerketworden.

In dem Plural können die Bicgungssylbcnder Mehrheit zugleich als Biegungösylben des No-minatives angesehen werden. Von den übrigenFällen wird nur zuweilen der Dativ mit einem enoder n ausgezeichnet.

Man siehet hieraus, daß die Verhältnisse desGenitives und Datives von den Deutschen Sprach-erfindern am klarsten empfunden und noch am häu-figsten und merklichsten ausgedrucket worden, ob-gleich solches auch nicht in allen Fällen geschehen ist.Es erhellet hieraus zugleich, daß die Deutsche De-clination in Ansehung der Substantive sehr unvoll-kommen und mangelhaft ist, dagegen der bestimmteArtikel,, mud in vielen Fällen auch das Adjectiv, mit