5. Von der Declination. §.219. 47,
jn derselben gebraucht werden können, gehöret nichtin die Sprachlehre, sondern in die jehre von derSchreibart» Indessen merke man hier so viel, daßman fremde Wörter nicht ohne die höchste Noth ge-brauchen müsse, und nur dann, wenn ein Begriffmit einem einigen Worte ausgedruckt werden muß,und die Deutsche Sprache keinen allgemein bekann-ten oder lejcht verständlichen Ausdruck hat, der ihnerschöpfte. Da dieses am hausigsten von den Kunst-wörtern in den Künsten und Wissenschaften gilt, sokönnen wir auch hier der fremden Wörter am we-nigsten entrathen, und es ist alsdann mir die Frage,wie sie im Deutschen decliniret werden müssen. Daalle Deutsche Sprachlehren davon schweigen, somuß hier desto umständlicher davon gehandelt wer-den, je mehr auch wohl Gelehrte in diesem Krückezu fehlen pflegen.
Die Sprachen, von welchen die Deutsche Sub-stantive zu entlehnen pflegt, sind in Ansehung derDeclination von gedoppelter Art. Sie beugen ent-weder ihre Wörter am Ende gar nicht, sondern de»cliniren sie bloß vermittelst des Artikels, und be-zeichnen allenfalls nur die Mehrheit auf eine oderdie andere Art, wie die Französische, Italienischeund Englische Sprache; oder sie haben für jede Zahleigene Biegungösylben, wie die Griechische und ia-reinische. Die Wörter von der ersten Art machenweiter keine Schwierigkeit, indem man sie, wennsie nicht schon auf eine oder die andere Art ein Deut-sches Ansehen erhalten haben, eben so unverändertläßt, als sie in ihrer Sprache sind, und sie bloßdurch den Deutschen Artikel decliniret, zumahl dadie Deutsche Sprache beyde Biegungsarten in sichvereiniget, und ihre Wörter vermittelst des Artikelsund^ der Biegungssylben zugleich decliniret. Das
Gg 4 Adagio,