5. Von der Declination. §.220.221. 481
so müssen sie auch gemeiniglich auf latemische Artdeeliniret werden.
Der wahre Bau der lateinischen und Griechi-schen Wörter ist noch sehr unbekannt, und bishernoch von niemanden untersucht und ausgeschlossenworden; indessen wird doch diese Regel im Ganzenso ziemlich richtig befolget, und nur von solchen ver-nachlässiget, welchen die Natur Geschmack und feineEmpfindung versaget hat. Wer fühlt nickt gleichdas Unschickliche, wenn jemand Verb oder Verbe,Adverb, Nom, Fac, Säcul, Conclus u. s. f.sagen wollte? Warum anders, als weil eine dun-kele Empfindung uns sagt, daß die Endsylbe hierzum Wesen des Wortes gehöret, folglich nicht bloßBiegungssylbe, sondern eine wahre Ableitungssylbeist? Es ist solches ein neuer Beweis, wie richtig diedunkele Empfindung des Ähnlichen, welcher in demBane und der Ausbildung der Sprachen alles zu-geschrieben werden muß, urtheilet, wenn nur dasGesühl gegen dieselbe nicht verhärtet ist.
§. 221. In vielen Fällen läßt sich die fremde ErsetzungAbleitungssylbe durch eine gleich bedeutende Deut- derfinnde»sche, oder doch Deutsch klingende ersetzen; z. B.
i->.- 1. durch er, in iebri«, puivi«, Lieber, pul- ^»e Deut,ver; wo doch im erstem Falle die Sylbe >^ wegge. schelassen und br in ber aufgelöset, im zweyten aber dieAbleitungssylbe aus den Casibuö obliquis heraufgenommen zu seyn scheinet, pulv.er.i5, u.s. f. Be-sonders in den Volks- OrtS- und Ordensnahmen,Athcnienser, Cisiercienser, Jenenser. Sieheden folgenden §. 2. Wenn sie weiblich ist, in e,welche Wörter doch zunächst aus dem Französischenentlehnet, oder nach dessen Vorgang gebildet zu seynscheinen: c1glli5, rKeii5. sxix, Classe, These, Achse,S. im folgenden die Endung is.Adel.jv.Spr. Hh ^U5,