Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
505
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5. Von der Declination. §.225. 505

Arm, Nase, Ropf, Ohr, N>ind, Lisch, Thier,Butter, I^äse, Sonne, Hlecr, und tausend an-dere, welche so viele After-Etymologen bald ausdem lateinischen, bald auö dem Griechischen, baldaus noch entfernter» Sprachen abstammen lassen,und dadurch den Deutschen fast ihre ganze Sprachewcgetymologisiren.

§. 225. Viele fremde Wörter, welche fremden Deutsche Nominativen ähnlich sehen, lassen sich, so wie sie Declina-smd, nach Deutschen Declinationen biegen. Dieß Uon unver-gilt besonders von den aus unbekannten Sprachenentlehnten Wörtern, dergleichen z. B. die morgen-ländischen, Slavonischen und andere sind, wovonuns der Bau und die Bedeutung der cinzelen Syl-ben unbekannt ist, z. B. Ianitschar, Czar, Ka-rawane' sie müßten sich denn aufVuchsraben endi-gen, welche keinerDeutschenBieguiigssylben, wenig-stens im Singular nicht, fähig sind, z.B. derBas-sa, aber im Plur. die Lassen. Indessen lassensich mich einige Griechische und lateinische Wörter,unter der obigen Voraussetzung, ungeändert aufDeutsche Art decliniren. Der Gnyr, des es,plur. die e; so auch Rumor, Gryr, Iaspiß,Podex, nach der ersten; Charakter, Marmor,Archiarer, Sequefter, Panther, nach der drit-ten; Ekloge, «Dde, die Interesse, und viele an-dere weibliche auf e nach der siebenten. Andere lei-den diese Declination im gemeinen Leben, die aberfür die edle Schreib - und Sprechart zu niedrig seynwürde: der Professor, dess, ^iur. die Prosfessor, edler die Professoren oder profess^res,Pater, des Paters, xlur. die parer, Nieder-sächsisch Paters, edler nach der Lateinischen Decli-nation.

Ii 5 §.226.