Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
569
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Von den Zahlwörtern. §. 267. 569

Man hat diese vollständige Biegung des Zahl-wortes auch den Hochdeutschen empfohlen, und oftnicht bloß empfohlen, sondern als die einige rich-tige Art vorgeschrieben, und den entgegen gesetztenGebrauch für irrig erkläret. Die Gründe, welcheman dafür anführet, sind i. die schöne Regelmäßig-keit dieser BiegungSart, welche allen übrigen Nach-lässigkeiten weit vorzuziehen sey ; 2. die Analogie desZahlwortes ein; und Z. das Beyspiel Luthers undeiniger anderer Schriftsteller von Ansehen.

Diese«, Gründen lasset sich folgendes entgegen se-tzen: 1. die vorgegebene Regelmäßigkeit beweiset hierzu viel, indem daraus folgen würde, daß man auchdreen, dro, drev sagen, und alle übrige Zahlwörternach dem Geschlechte biegen müßte. Überhaupt kanndie Regelmäßigkeit dem allgemeinen Sprachgebrau-che keinen Eintrag thun, weil man sonst umer an-dern auch alle irreguläre Verba regulär biegen müß-te. Der Grund der Regelmäßigkeit ist hier überdies;übel angebracht, indem es zu dein Regelmäßigender bestimmten Zahlwörter gehöret, daß sie in allenGeschlechtern unverändert bleiben. 2. DaS Zahl-wort ein kann hier nicht zum Muster dienen, theils,weil es nur ein einiges Zahlwort gegen so viele an-dere nnbiegsame ist, und daher eher als eine Aus-nahme angesehen werden könnte, theils aber auchwegen seiner Bestimmung. Da es nicht allein einZahlwort, sondern dabey mich ein Artikel und einAdjectivum ist, so waren ihm um dieser Eigenschaf-ten willen die vollständigen Biegungszeichen norh-wendig, welche es als Zahlwort nur beybehalt. Al-lein zroey wird weder als Artikel, noch als 'Adjecti-vum gebraucht, z. L.mhers Beyspiel entscheidetnichts. Er sagt zwar: es ist dir desjer, daß duzween Lüfie, zwo Hände, Zwey Augen habest,

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