Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
570
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570 i. Th. 2. Abschn. 4. Kap.

und werdest u. s. f. ingleichen es gingen seinerjünger zween. Allein man weiß auch, daß zuseiner Zeit die alte Oberdeutsche Mundart noch dieherrschende Schriftsprache war, und daß sie diesenVorzug erst gegen das Ende seines Gebens nach undnach verlor. Überdies? ist er sich in der Biegungdieses Zahlwortes nicht gleich, sondern gebrauchtdas zwey eben so oft in allen Geschlechtern unver-änderlich, als er es nach denselben bieget, wie sehrleicht mit Beyspielen erwiesen werden könnte, wennnicht ein jeder diese Beyspiele mit leichter Müheselbst in der Deutschen Bibel aussuchen könnte.Andere Schriftsteller haben hier noch weniger Ge-wicht, indem sie entweder Oberdeutsche von Geburtsind, oder ans den vorigen Schsingründen dieseOberdeutsche Eigenheit nur angenommen und nach-geahmet haben. 4. Die Biegung des Zahlworteszwey nach dem Geschlechte ist bloß eine Eigenheiteiniger Oberdeutschen Mundarten, und zwar vor-nehmlich der südlichsten, welche sie vielleicht durchdie Nachbarschaft mit Italien überkommen haben,wodurch mehrere lateinische Formen und Wörter indie Sprache des südlichsten Deutschlandes gekommensind. Das ganze mittlere und nördliche Deutsch-land weiß , wenn man die schon gedachte Nachah-mungssncht einiger cinzeler Schriftsteller ausnimmt,von dieser Biegung nichts, am wenigsten aber dieHochdeutsche Mundart, wo zwey in allen Geschlech-tern unverändert gebraucht wird. Es ist 5. auchnicht abzusehen, was diese vorgegebene Regelmäßig-keit bloß bey diesem einigen Zahlworte für Nutzengewähren sollte, da alle übrigen dieselbe nicht ha-ben. Wohl aber kann sie Verwirrung anrichten,und hat dergleichen schon angerichtet, da ungeschickteNachahmer dadurch veranlasset worden, theils uns

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