Von dem Beyworte. §. 290. 6iz
unconcrefciert gebraucht werden können; davon imfolgenden.
2. Einige wirklich von Beschaffcnheitswörterngemachte Adjective, deren Stammwörter aber alsAdverbia, vermuthlich bloß aus unterlassenem Ge-brauche, veraltet sind: eine abschlägige Antwort,ein besonderer <Drt, wovon abschlägig als Ad-verbium gar nicht üblich ist, besonder aber erst dasadverbische ö annimmt, besonders. S. das Ka-pitel von den Adverbien.
H. 290. Da der Unterschied zwischen einer Be- Geschichteschassenheit und einer Eigenschaft, folglich auch zwi- derCvncre-schen dem Adverbio und Adjective, von neuernSprachlehrern bey aller Culmr des Geistes, so hau-fig verkannt worden: so ist es denn wohl kein Wun-der, wenn rohe ungebildete Völker ihn verkennen.Der Unterschied zwischen einer von dein Dinge her-genommenen Bestimmung, wenn sie für sich alleinoder an dem Dinge befindlich gedacht und ausge-druckt wird, ist wirklich für ungeübte Verstandes-kräfte zu fein, als daß er follte bemerkt werden kön-nen. Man kann sicher annehmen, daß er in einerjeden alten und unausgebildeten Sprache übersehenworden, daher das unbiegsame Adverbium in der-selben allemahl die Stelle eines Adjectivi vertritt.Ohne Zweiffel war dieß auch der Fall in der Deut-schen Sprache vor dem Anfange ihrer Cnltur ; dennob gleich bey unsern ältesten Schriftstellern bereitsconcrescierte Adverbia, d. i. eigentliche Adjective,vorkommen, so finden sie sich doch auch häufig un-concresciert, und noch jetzt gebraucht die gemeineVolkssprache in vielen besonders Oberdeutschen Ge-genden sie so: ein gur brav ehrlich L-Ilann. Sowie sich die Deutsche Sprache zur Schriftsprache
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