Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
614
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614 i. Th. 2.Abschtt. 5. Kap.

ausbildete, so concrescierte man auck) die Adverbiaimmer mehr, bis endlich die Concretion an allenBestimmungswörtern des Substantives allgemeinward. Freylich gingen einige leer aus und wurdenübersehen, besonders die Zahlwörter und einige Pro-nomina, vermuthlich, weil die dunkele Empfindunghier ungewiß war, ob sie als bloße Umstandswörterfür sich betrachtet, oder als einverleibt dargestelletwerden sollten. Einigen Sprachen blieb dieser Un-terschied auch in der Ausbildung unbemerkbar, da-her sind ihre Adverbia noch jeht in nichts von ihrenAdjectiven unterschieden. Die Griechische und la-teinische Sprache hingegen, an deren Ausbildungein weit feineres Gefühl arbeitete, als an der Deut-schen, gingen in Bezeichnung dieses Unterschiedesnoch weiter. Sie sahen die Wurzel, welche im. Deutschen zum Adverbio dienet, als bloße Materiean, und bildeten daraus durch eigene Ableitungs-sylben sowohl das Beschaffenheit- als Eigenschafts-wort : ben. e, bon - u«, um v - U5, psi v - e, x«X - 0?,Nur in den einfachen Umstandswörternblieb die Wurzel gemeiniglich ohne alle Ableitungin ihrer urfprünglichen Gestalt.Verschiede- §. 291. Eine Eigenschaft ist, im grammati-ne Arien sthen Verstände, eine jede an einem selbständigende> MMi- Dinge befindliche unselbständige Mannigfaltigkeit,so bald sie an demselben befindlich gedacht und aus-gedruckt wird. Der metaphysische Begriff einerEigenschaft kann uns hier nicht leiten, weil er dieDinge aus einem andern Gesichtspuncte ansiehet,die Sprachlehre aber den Gesichtspunct behaltenmuß, aus welchem die Sprachschöpfer die Dingeansahen und ansehen konnten. Dieses Mannigfal-tige ist nun von gedoppelter Art; es ist entweder andem Dinge selbst befindlich, es ist folglich eine Be-schaffen?