Von dem Beyworte. §.297. 621
num mit vollständigen Declinationslauten, hat dieOberdeutsche Mundart auch hier Ausnahmen ge«macht, und das e entweder allein, oder doch mit demen gleichgültig eingeführet. So lautet das Adje-jectiv im Nominative und Accusativs des Pluralesnach einige und etliche allemahl, nach viel, mehr,wenig und alle gemeiniglich, und nach manche,solchc, welche, selbige sehr oft nur e: einigeGriechische Schriftsteller; etliche große Bäu-me; alle übrige Gäste; manche lose Dögel;viele neue Thaler; mehrere schöne Blumen;wenige gute Vorsätze; welche reiche Güter;selbige bevölkerte Länder. Wäre der Gebrauchhier einförmiger, so würde er die Regel machen,daß alle allgemeine Zahlwörter nebst einigen Pro-nominibuö den Nominativ und Accusativ des fol-genden Adjectives im Plural auf e machen. DieUrsache dieses Unbestandes scheinet in der anfäng-lichen mangelhafen Beschaffenheit dieser Bestim-mungswörter zu liegen, welche als bloße Umstands-wörter unbiegsam gebraucht wurden, daher das Ad-jectiv die vollständigen Biegungszeichen nach derfolgenden dritten Art annehmen mußte, folglich imNominativ und Accusativ e bekam. Wo im ge.meinen ieben diese Bestimmungswörter noch jchtunbiegsam gebraucht werden, da ist solches auchnoch nothwendig: viel große Häuser; um vielgroßer Häuser willen; wenig gute Leute;welch schöne Güter. Als man diese Wörcernach und nach zu concrescieren anfing, so folgte auchdas Adjectiv der gewöhnlichen Regel, nur der No-minativ blieb der alten Form getreu, vermuthlich,weil das Zahlwort und Pronomen im Nominativam längsten unconcresciert üblich waren. Da nundie Ursache weggefallen ist, so ist zu wünschen, daß
auch