Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
667
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Von dem Beyworte. §.zzo. 667

so fein ist, daß er gar leicht fibersehen werden kann,und häufig genug übersehen wird. Das Adverbiumbezeichnet die Beschaffenheit überhaupt als selbstän-dig, doch ohne eine andere Bezeichnung der Selb-ständigkeit, als welche das Bestimmungswort ge-währet; das abgeleitete Abstractum hat ein sichtli-ches Kennzeichen der Selbständigkeit mehr, und be-zeichnet überdieß gemeiniglich auch den Zustand:das Schwarz und die Schwärze. Das säch-liche Neutrum nimmt die Eigenschaft von einemDinge und stellt sie selbständig dar, sowohl in Be-ziehung auf dieses Ding als auch überhaupt: dasSchwarze. So auch das Schön in Tausend?schön, ein Ding, welches gleichsam ganz schön ist;die Schöne, eine schöne Person; das Schöne,dasjenige, was an einem Dinge schön ist; das alteAbstractum die Schöne, und das neuere dieSchönheit, der Zustand, da ein Ding schön ist,und nach einer Figur auch eine schöne Eigenschaft,oder etwas Schönes an einem Dinge^

Wenn man alles zusammen nimmt, was bishervon der Declination nicht allein der Adjective, son-dern auch der übrigen Bestimmungswörter deö Sub-stantives, gesaget worden, so erheller daraus, daßhier im Deutschen noch die meiste Schwierigkeit,Verwirrung und Ungleichheit herrscht. Aber eskann auch nicht wohl anders seyn. Da es den Er-findern und nachmahligen Ausbildern unserer Spra-che gefiel, an den Bestimmungswörtern des Sub-stantives so feine Unterschiede und Bestimmungenzu bemerken und auszudrucken, welche dem geübte-sten Verstände zu schaffen machen, und welche zu be.zeichnen kein anderes bekanntes Volk sich einfallenließ: so mußte die dunkele Empfindung der Ähnlich,keit, welche sie nur allein bestimmen konnte, sie hier

noth-