Von dem Verbo. §. ZZ6. 721
den wesentlichsten Theil des Prädicates auSniacht;indessen war er doch unschädlicher als der Deutsche ,weil man bey demselben nicht mehr an die eigentli-che Bedeutung denkt, welches bey dem DeutschenNahmen unvermeidlich ist. Ich glaube auch nicht,daß sich um des zusammen gesetzten Begriffes wil-len ein schicklicher Nahme in irgend einer Sprachewird ausfindig machen lassen.
§. z86. Wir haben, wie schon gesager morden, Ursmnigzweyerley Verba) eines/ welches die bloße Einver-und Mntc-leibung und weir-ir nichts bedeutet, und alle übrigen, "cd.'rVer^welche zugleich die Beschaffenheit mit ausdrucken,welche dem Subjecte einverleibet werden soll. Daserste ist, wie der bloße Anblick schon zeiger, sehr ein-fach, und ohne Zweifel das erste und ursprünglicheVerbum, nach dessen Muster alle übrigen gebildetworden. Es bestehet aus einfachen Wurzellauten,welche aber doch nicht mehr als bloßS Wurzellauteda sind, sondern schon Biegungssylben angenommenhaben, weil es Mehrere Verhältnisse und Umständezugleich bezeichnet, welche nicht anders, als dnrchangehängte Flexionö-Sylben ausgedrucket werdenkönnen.
Alle übrigen Verba sind noch weniger als bloßeWurzelwörter anzusehen, weil sie nichc allein dasPrädicat und die Einverleibung zugleich, sondernauch alle die Verhältnisse ausdrucken, welche imDeutschen an dem Verbo selbst bezeichnet zu wer-den pfiegen. Jedes Verbum ist also wenigstens einflectirtes Wurzelwort.
Man hat sowohl in Deutschen als andernSprachlehren sehr oft gestritten, wo die Wurzel ei-nes Verbi zu suchen sey, und welches das ursprüng-liche Verhältniß sey, aus welchem alle übrige herge-AdeI.jL.Spr. Zz leitet