Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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Von dem Vcrbo. §. 390. 729

dunkeln Empfindungen, sondern nach deutlichen Be-griffen bereichern darf. .

§. zyo. Fruchtbarer, wenigstens für den heuti- Ableitunggen Zustand der Sprüche, da sie nicht mehr auf ^dunkele Empfindung des Hörbaren, sondern aufdeutliche Begriffe, gegründet ist, sind die Vor- undNachfylben. Die Dorsviben, vermittelst welcherabgeleitete Verba gebildet werden, sind:

be, der Wurzellaut der Präposition bey , indemin den ältesten Zeiten beyde noch bi und i>i lauteten.Sie bedeutet, 1. die Nähe des Ortes, auf welchensich eine Handlung erstrebt, nur noch in einigenalten Ableitungen dieser Art, wie begleiten, ehe-dem beleihen, gleichsam bcyleiten, begraben,beygraben, bey Seite graben, beschließen, bey-schließcn, bey Seite schließen u. f. f. 2. Eine Er-streckung der Haudlung über den ganzen Gegen-stand : bebauen, bedecken, beschreiben, be-drucken, beflanzen, besäen. z. Den Gegen-stand, an welchem die Handlung geschiehet: berüh-ren, beschabcn, bcrupfen, beschneiden, be-sprengen, gleichsam bey, d.i. an etwas schaben,rühren u. s. f. Da es denn besonders bey VerbisNeutris 4. oft in eine bloße Verstärkung des Grund-begriffes übergehet: bestehen bleiben, beruhenKassen, beharren, bedürfen u. s. f. Durch dieBezeichnung des Gegenstandes, auf welchen sich einPrädieat erstrecket, macht sie 5. oft Activa aus Neu-tris: ecwas beantworten, bearbeiten, beblu-ren, bebrüten, bedenken, belachen, beseufzen.6. Oft mit dem Nebcnbegriff« der öftern Wieder.Höhlung, einen N>eg befahren, ein Meer be-segeln , den Puls begreiffen, etwas befehen;da sie denn wieder oft in eine bloße Intension über-

Zj 5 geh.et,