Von dem Vcrbo. §. 390.
«-ntstanden zu seyn, wenigstens scheinet sie an denVerbiS keine andere als intensive Bedeutung zu ha-ben, daher die meisten ehedem auch ohne dieselbeüblich waren, und es zum Theil noch sind: gebrau-chen und brauchen, gedenken und deuten, ge-frieren und frieren, geloben und loben, ge-reuen und reuen, geschwelten und schwellen,getrauen und trauen, geziemen und ziemenu. s. f. Ehedem waren für gebähren, gebrechen,gebühren, gedeihen, gedulden, geschweige,,,gelüsten, genießen u. s. s. gleichfalls nur ihreStammwörter üblich. Die Oberdeutsche Mundart,die erklärte Freundinn aller müßigen Verlängerun-gen und unnützen Verstärkungen, gebraucht sie nochsehr häufig in solchen Fällen, wo andere Mundartensie nicht kennen, z.B. genennen, gezöhlen, gc-rasten, gerhun, gcseyn, gesagen, gediencn u.s.f.Siehe auch das Augmentum ge, welches kein an-deres ist, als diese Vorsylbe, welche hier aber denbestimmten Begriff einer vollendeten Handlung hat.Übrigens gehet sie vor Wörtern aller Art noch häu-siger in das bloße g über, als die vorige, besondersvor dem l und r: glauben, gleiten, glühen,greiffen; ja wohl gar in ein k, die Intension nochmehr zu verstärken, kratzen, knicken, knacken,kleben, kleiben u. s. f.
emp und ent, denn beyde sind nur eine und,eben dieselbe Vorjylbe, welche in ein Paar Sub-siantlven auch ant, lautet, Antliy, Antwort.Sie bedeutet: 1. eine Bewegung von einem Orteweg, entfahren, entfernen, entfallen, entflie-gen, entführen, entgehen, entsagen, entzü-cken , entziehen. 2. Eine Beraubung, enterben,entkleiden, enrfteleu, entrunzelu,entschuldigen, entvölkern, entwaffnen. In
manchen