Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
755
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Von dem Verbo. Z. 40z. 755

Geschiehet solches nach der dunkel» Empfindung desHörbaren, so entstehet die irreguläre Coujuga- ^tion; geschiehet e6 aber nach klaren Begriffen undmit Bewußtseyn allgemeiner Regeln, so ist die Con-jugation regulär. Ein Verbum, welches auf dieerste Weise conjugiret wird, heißt daher ein irregu- .läres oder abweichendes, dessen Gegensatz aber einreguläres oder regelmäßiges Derbum. Dochvon allen diesen Arten der Verborum reden wir imfolgenden umständlicher.

z. Von der Conjugation überhaupt.

§. 40z. Das Verbum legt dem Subjeete ein Gmnd derunselbständiges Präd.ieat bey. Es drucke nun die selben,bloße Beylegnng und weiter nichcs aus, oder esschließe auch das Prädicat mit in sich, so sind dabeymehrere Umstände und zufallige Verhältnisse mög-lich. Das Subject kaun einfach oder mehrfachseyn, es kann in jedem Falle die erste, zweyte unddritte Person seyn, die Beylegung kann als gegen-wärtig oder als vergangen, oder als zukünftig aus-gedruckt werden, sie kann als gewiß oder als unge»wiß dargestellet werden u. s. f. In der ersten Kind-heit der Sprache druckte man alle diefe Umständeund Verhältnisse nach der dunkeln Empfindnng desHörbaren, größten Theils durch eigene Laute, undzwar für jeden einzelen Fall ans eine eigene, aberdoch vermuthlich ähnliche Art aus. Da diese Fallsin der Rede sehr oft wieder vorkommen, so entdeckteman endlich, daß alle diese Verhältnisse unter sicheine Ähnlichkeit hätten, und bey jedem Praoicateunter ähnlichen Umstanden angebrache werden könn-ten ; und endlich verglich man sich stillschweigendüber gewisse, nicht willkürliche, sondern unbe-stimmt und dunkel tönende Wurzellaute, welche zur

Bbb s Abkür--