Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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i.TH. 2.Abschn. 7. Kap.

Intransitivum sowohl, als das Transitivum, gemachtwerde!? , bey dem letztem nur ein Genus, vier, oderwenn man das Participium als einen eigenen Mo-dum anflehet, fünf Modos, in einigen Modiszwey Seiten, die gegenwartige, und eine Art der ver-gangenen, in jeder Zeit zwey Zahlen und in denmeisten Zahlen drey Personen. Alle übrige Ver-hältnisse und Umstände muß der Deutsche mitschrei-ben, wozu er sich dreyer von denjenigen Zeitwörternbedienet, welche ein unvollständiges Prädicat, odereinen allgemeinen Nebenumstand bezeichnen. C'6sind solches die drey Verba haben, seyn und wers^den, welche das, was im Deutschen an der Form,dem Genere und den Zeiten fehlet, bilden helfen,und daher Hülfswörter genannt werden.

Die Deutsche Sprachlehre könnte sich in Anse-hung der Conjugation mit demjenigen begnügen,was unmittelbar an dem Wurzelworte selbst bezeich-net wird. Allein, weil alle Deutsche Sprachlehrendie lateinische zum Muster genommen, so hat manauch das lateinische Verbum zum Grunde gelegt,und die Deutsche Conjugation darnach vorgetragen,und so hat man denn im Deutschen ein Passivum,ein Tempus perfectum, plusquamperfeetum, futu-rum u. f. f. bekommen, wovon die Deutsche Spra-che eigentlich nichts weiß. Indessen ist diese Ge-wohnheit hier am unschädlichste», weil sehr häufigFälle vorkommen, wo die Conjugationen beyderSprachen mit einander verglichen werden müssen,daher die Kürze des Ausdruckes gewinnet, wennman die lateinischen Kunstwörter zum Grundelegen kann, obgleich die Deutsche Conjugation inden meisten Fällen eigentlich nur eine Umschrei-bung ist.

Ein