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i. Th. 2.Abschn. 7. Kap.
rvir, und in einigen Gegenden nach einer sehr altenForm gehemes, welche ihre Ähnlichkeit mit demLateinischen c^mux nickt verläugnen kann. DiesenImperativ der ersten Person auch im Hochdeutschennachahmen wollen, heißt die Eigenheitender Mund-arten unter einander mengen. Der Imperativkommt der zweyten einfachen Person in allen Verdisder Wurzel am nächsten, und ist allemahl die Wur-zel selbst, nur daß er oft das mildernde e annimmt,theils um der gelinden Aussprache des End-Couso-ncmten willen, liebe, lobe, befleijslgc dick, drin-ge, rede, brause, theils auch bloß die Einsyl-bigkeit zu vermeiden, brenne, fliehe, gehe, bitte,obgleich die Heftigkeit des AssecteS es im letzter«Falle auch übergehen kann, brenn! flieh! Ieh!In der irregulären Conjugation unterscheidet sichder Imperativ oft auch durch den Voeal; allein erist um deßwillen nicht weniger Wurzellaut, weil derImperativ zunächst an dieInterjection gränzet, wel-che der Grund des ganzen Wortes ist, daher er ohneZweissel älter ist, als die übrigen Modi lind ihreZeiten, weiche zum Theil schon mehr klare Vorstel-lung voraus setzen, dagegen er sich nebst der ersteneinfachen Person des irregulären ImperfeeteS oftnoch ganz auf das Hörbare stützet: brich, iß, gib,hilf, tonnn, nimm, sieh, stich u. f. f.
IV. Im Infinitiv, welcher den Begriff desVerbi ohne Bestimmung der Zeit und Person aus-druckt, und daher der Insiiünvus oder das Der-bum infimrum genannt wird. Er hangt derWurzel ein en, wenn sie sich aber auf el und er en-digt, ein bloßes n an: voand-el-n, kränk-el-n,Iäch?cl-n, schläf-er-n, schmerr-er-n, and-er-n; nicht, wie harte Mundarten zu sprechen ge-wohnt sind, wandten, kränkten, iächlen, schiäft
ren.