Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
771
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Von dem Verbo. §. 412. 771

4. Von den Hulfswönem.§. 412. Wenn im engsten und eigentlichsten Ver- Begriff ei-slande nur dasjenige zur grammatischen Biegung "es Hüifs-eines Wortes gerechnet werden kann, was au deinWorte selbst bezeichnet wird : so gehöret der Be-griff der Hülfswörter gar nicht in eine Deutsche Sprachlehre, sondern sie sind bloße Verba mit un-vollständigen Pradicaten, wie so viele andere so-wohl ii? der Deutschen als in andern Sprachen.Allein) da die Deutsche Conjugation in Verg.ei-chung mit ausgebildetem Sprachen sehr arm ist,und nur wenig aus sich selbst machen kann, undman in den Deutschen Sprachlehren eu'.m/.hl ge-wohnt war, überall die Lateinische zum Grunde zulegen, so glaubte man, die Deutsche Conjugationmüßte nothwendig so viele Zeiten und Formen ha-ben als die Lateinische, und rechnete daher alle die ,Umschreibungen der Lateinischen Conjugation auchmit zur Deutscheu. Ich habe bereits oben bemer-ket, daß diese Nachäffung fremder Sprachsormenbey den Conjugationen noch am unschädlichsten, undgewiffer Maßen nützlich ist, weil wir oft genöthigetsind, das Deutsche Verbum mit dem Lateinischenzu vergleichen, daher wenigstens die Küeze des Aus-druckes dabey gewinnet, wenn mau die Kunstwörterdes Lateinischen Verbi auf oas Deutsche anwendenka.». Ich habe um deßwillen auch sie Deutsche Conjugation so gelassen, wie ich sie in oen b^cenDeutschen Sprachlehren gefunden habe, »^ütss-worrer sind demnach im Deutschen solche ^erbaMit unvollständigen Präoieaten, vermtttelst derendie mangelhafte Deutsche Declination in Vel'glei-chung mit der Lateinischen ergänzet wird.

Es läßt sich nunmehr auch leicht bestimmen,welche Verba im Deutschen ^ülsvwörrer siuo und

Crc 2 seyn ,