Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
786
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786 i.TH. 2.Abschn. 7. Kap.

dem Imperative übereinstimmet: ich gebe, gibst,gibt, gib.

Als daö enge Feld des Hörbaren erschöpft war,und sich inzwischen die Begriffe immer mehr auf-klarten und erweiterten, und man die Verhältnissedurch Viegungssylben auszudrucken anfing,'so fin-gen auch die bisher so ungleichen aus lauter Wur-zeln besiehenden Verba an, ein wenig einförmigerzu werden. Man unterschied die Personen durchihre Biegungslauts, behielt aber die alte gebogeneWurzel um der Verständlichkeit willen bey. Ausich jprech, du sprich, er sprich, ward ich spre-che , du sprichst, er spricht. Das Imperfectumblieb die gebogene Wurzel, bekam aber da, wo Miß-deutung entstehen konnte,, die Biegungssylben derPerson: ich sprach, er sprach; aber du sprachst,rvir sprachen, ihr sprackcr, sie spräche»,. DenBegriff des Vollendeten oder Geschehenen auszu-drucken, folglich ein Participium Prateriri Zu be-kommen, wählte man die unbestimmt tönende Wur-zelsylbe en, welche, mit der gebogenen Wurzel desImperfectö, oft auch mit der Wurzel des Infiniti-ves vereinigt, den Begriff des Vergangenen mitdem Begriffe des Vollendeten verband, bunden,funden, gangen, nachmahls gebunden, gefunsden, gegangen.

Je klärer und allgemeiner die Begriffe wurden,desto mehr lernete man einsehen, daß sich alle Vcr-hältisse auf eine einförmige Art an der Wurzel desVerbi ausdrucken ließen: daher wurden nunmehralle neue Verba, welche in dem Zustande größererAufklärung gebildet wurden, auf eine einförmigeund regelmäßige Art gebildet; die Wurzel bieb un-verändert, und bekam nur die gehörigen Biegungs-sylven. Da die Biegungssylbe für das Partici-