Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
790
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79-5 i.TH. 2.Abschn. 7. Kap.

mehr davon haben können. Weil er dunkele Em-pfindung des Hörbaren war, so war er auch indivi-duell, und es war bloßer Zufall, wenn mehrere Ver-ba ans eine einförmige Art gebildet wurden, wennz. B. die Vorstellung des Vergangenen in mehrerndurch a u. f. f. bezeichnet ward. Man kann daherdie noch vorhandenen irregulären Verba zur Erleich-terung des Gedächtnisses zwar claWeieren, unge-fähr fo, wie L.inee seine Pflanzen claWeierte; aberan einen weitern Grund ist bey ihnen nicht zu ge-denken.

Lcrsclne- §- -120. Man darf sich daher nicht wundern,denlM der wenn in der Hochdeutschen Mundart viele VerbaMund- sch^., völlig regulär gebcuget werden, welche in denProvinziai- Mundarten noch ihre irreguläre Gestalthaben. Dergleichen sind z. B. bellen, (also nichtdoll, gcbsllcn, sondern bellre, gebettet), k!ei--bei, und betreiben, fallen, fragen, (folglich nichtfrägst, frägt, frug), fürchten, (folglich nichtfurchte, gefurchten, ftir fürchtete, gefurchter),gieifsen, welches doch überhaupt im Hochdeutschenselten vorkommt, die Dichtersprache etwa ausge-nommen, greinen, hinken, ^ folglich nicht hunk,gehunken, sondern hinkte, g< hinket), jagen, (folg-lich nicht jägst, jägr, jug, sondern jagest, jagce),klagen, kreischen, kreifsen, lämen, schaben,schenken, scheuen, schneyen, (folglich nicht schule,gejchnien, sondern schueycre, gej'c?>neyet), sei-!hen, spalten, speisen, stehen, (folglich nicht stak,sondern steckte), umringen, (folglich nicht um-rungen, simdern umringet), weben, winken,(folglich nicht wunk, gewunken, sondern wink-!tc, gewinkec) wünschen, zünden n. s. f.

Andere werden sowohl regulär als irregulär ge-braucht, wo doch in der edlern Schreibart die regu-läre