Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
831
Einzelbild herunterladen
 

Von demVerbo. §.431. 432. 8z?

anders als in leidender Bedeutung gebraucht wer-den kann, leidet nun ein Intransitivum ein solchesParticipium, so ist e6 ein Beweis, daß dessen Be-deutung leidend ist, und daß es um deßwillen dasHülfswort seyn erfordert. Weil man sagen kann,ein ausgearteter Mensch, die angekommenenSachen, die gebliebenen Soldaten, die einge-schlagenen Blattern, so muß man auch sagen,ich bin geartet, angekommen, die Dlarrernsind eingeschlagen, die Soldaten sind geblie-ben. Indessen folgt daraus nicht, daß ein jedesIntransitivum, welches seyn erfordert, auch seinParticipium Prateriti concrescieren lasse. Asm-mcn erfordert seyn, aber man wird nicht leichtsagen, die gekommenen Fremden, Sachenund so ferner.

§. 4Z2. Indessen werden doch viele Intransiti- Ausnah»va, welche dem ersten Anblicke nach einen Zustand "'^bedeuten, im Hochdeutschen mithaben verbunden.Z.B. bansen oder baujchen, beben, blühen,bsc^en, nach dem Bocke riechen, und alle ähnliche,dampfen, darben, dauern, duften, eitern,fehlen u. s. f. Die Ursache ist schon im vorigenangegeben worden. Jedes Intransitivum, so fernss nur ein Wurzelwort ist, bedeutete so wie alles inder Sprache ursprünglich etwas hörbares, die Her-vorbringung eines Lautes, und bekam in so fern ha-ben, und dieses Hülfswort haben nachmahls viesebeybehalten, wenn gleich die Bedeutung mehr lei-dend geworden ist. Von manchen ist diefe Nach-ahmung des Hörbaren noch jetzt erweislich, z. B.beben, leben, wachen, kochen, sieden, sie?chen, welches ehedem seufzen bedeutete, schmach-te»!, schmecken u. s. f. Von andern ist sie frey-lich nicht mehr so erweislich, indessen hat man sich

doch