Verbum io. Impersonale. §.448. 879
Die Benennung Impersonale, unpersönlich,ist freylich nicht die bequemste, weil hier keine völli-ge Abwesenheit der Person, sondern nur eine großeUnbestimmtheit derselben Statt findet. Eher mußteder Infinitiv unpersönlich genannt werden, weildieser unter andern auch die Person unbestimmtläßt. Indessen, da wir keinen bequemern Nah-men für diese Art des Verbi haben, so kommt esnur darauf an, daß man einen richtigen Begriff"mit demselben verbinde.
Es gehören folglich nicht zu den eigentlichen un-persönlichen Verdis:
1. Diejenigen, welche die dritte Person ohneBezeichnung des Geschlechts und der Zahl aus-drucken, welches durch man mit der dritten ein-fachen Person geschiehet: man sagt, man will,man befahl; welche Art des Ausdruckes in al-len Fällen gebraucht werden kann, wenn man diePerson, ohne Bezeichnung ihres Geschlechtes oderZahl andeuten will, dagegen in deii unpersönlichendas Subject ein unbestimmtes Etwas ist, von wel-chem man nicht weiß, ob es eine Person oder Sacheist. Man ist die Wurzel von Mensch, und be-deutet daher menschliche Personen, doch ohne Be-stimmung ihrer Zahl oder Geschlechtes
2. Diejenigen Verba , welche der Natur derSache nach nur in der dritten Person gebraucht wer-den können, oder vielmehr.deren Prädicat von derArt ist, daß es nur von Sachen nicht aber von Per-sonen gesagt werden kann, deren wir im Deutschenviele haben; z.B. reuen oder gereuen, ahnden,eine dunkele Vorherempsindung erwecken, schmer-zen, dünken, däuchtcN, belieben, verdrießen,wundern, Verwunderung erwecken, ob man gleich
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