Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
880
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8Zo I. Tl). s.Abschtt. 7. Kap.

m einem andern Verstände sagt, ich wunderemich, geziemen u. s. f. welche zwar auch insge-sammt unpersönlich gebraucht werden können, es ge-reuet mich, es ahnder mir u. s. f. aber doch auchvon der Sache, als einer bestimmten dritten Personbetrachiet, üblich sind, daher der Dichter, wenn esihm einfällt, diese Sache oder Dinge zu personifi-cieren, sie auch ohne Bedenken in der ersten undzweyten Person gebrauchen kann.

Diejenigen Fälle, wo ein Ding sachlichenGeschlechtes durch das bestimmte Pronomen es aus-gedruckt wird, welches mit diesem unbestimmten eSnicht verwechselt werden muß, es ist noch nichtgenug; es wird bald vergehen; das guteV.ind, es dauert mich. S. §.

Der Ursprung der unpersönlichen Verkomm istsehr tief in den Ursprung der Sprache und dermenschlichen Begriffe überhaupt verwebt. Es istin dem vorigen bereits mehrmahls bemerket worden,daß dein ganz rohen, noch im Stande dunkler sinn-licher Begriffs befindlichen Menschen jede Erschei-nung die Wirkung eines lebenden handelnden We-sens ist; alles um ihn her lebt, handelt, wirkt, allesist Person, lebendiges Wesen. Aber, was ist diesesWesen? wie wirkt es? wie ist sein Nahme? Mansiehet leicht, daß er sich diese Fragen in tausend undaber tausend Fällen nicht beantworten konnte; ermußte sich also begnügen, durch das unbestimmttönende s, den Wurzellaut des Pronominis es aus-zudrucken. Es hungert mich, es frieret mich,es ahndet mir, ist nichts anders, als ein unbe-kanntes Wesen, ein Etwas, erreget mir Hunger,Frost, Ahndung. Bey mehr Aufklärung der Be-griffe behielt man diese Vorstellungsart bey, und

mußte