Verbum. ?o. Impersonale. §.448. 88»
mußte sie beybehalten, weis der ganze Gang derBegriffe einmahl darin gegründet war, so wie mandas in eben dieser Vorstellungöart gegründete Ge-schlecht der Nahmen lebloser und unsichtbarer Din-ge, und andere Erscheinungen mehr beybehaltenmußte. Freylich gingen die unpersönlichen Verbamir der Zeit oft in persönliche über, wenn man beymehr Aufklärung das unbekannte wirkende Wesennäher kennen lernte; daher sind auch noch jetzt sol-che Übergänge nicht selten, Z. B. Gott donnert,die kolken regnen. Nur muß man sich hüten,daß man dabey den leidenden Gegenstand nicht indie Stelle des wirkenden oder des Subjectes setze,obgleich solches ausUnkundc der eigentlichen Bedeu-tung mehrmahls geschiehet. Es hungert, esdurster, es frieret mich, ist so viel, als ein unbe-kanntes Wesen erweckt mir Hunger, Durst, Frost»Aber, wenn man sagt, ich hungere, ich durste,ich friere, so setzet man voraus, daß diese Verbazugleich transitiv und intransitiv sind, weil sie imletztern Falle so viel bedeuten, als ich empfinde Hun-ger, Durst oder Frost. Dergleichen Fälle sind mmzwar nicht selten, und alsdann auch untadelhaft;nur muß man sie nicht wider den Sprachgebraucheigenmächtig vermehren, außer wenn es möglich ist,das unbekannte Etwas in eine bestimmte Person zuverwandeln, wenn z. B. der Dichter eine Handlungpersonißcirt, und sie zu ihrem Urheber sagen lässet,ich gereue dich, d. i. ich erwecke dir Reue.
Es erhellet hieraus zugleich, daß alle unper-sönliche Verba sowohl intransitiv als transitiv sind»Intransitiv sind sie, wenn das Prädicat des unbe-stimmten Etwas keinen leidenden Gegenstand hat:es thauer, es hagelt, es schneyet, es hat ge?regnet, es wird diese Nacht frieren. Transitiv?«>el.D.Spr. Kkk hin-