Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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den Jahren trotzen wird: eine offene Stirne , an„ der ihm das Nachdenken ein Paar Falten gezogen„ hat, die ihm ein ernstes Ansehen geben: ein brau-„ neö Auge, eine etwas gebogene, nicht lingestalte„ Nase, eine aufgeworfene, und wohlgeärbte Lippe;

das sind die Theile eines regelmäßigen Ovals, das^ der gute Mann, der auf seine Gestalt ein wenig zu

viel halt, mit einer gewählten Haarlage ziert: doch„ hält er das Mittel zwischen den Stußern, die nach„ der jüngsten Mode laufen, und den Sauertöpfen,„ welche sich durch eine Peruke von dem vorigen Jahrs„ Hunderte Ehrfurcht zu verschaffen suchen: wirFrauen„ finden wenigstens unsere Rechnung besser beyartis„ gen, als bey ehrwürdigen Mannern. Sein schö-

ncs Haar sagt dem übrigen Anputze zu, der gary, keinen bestäubten Schulmann verräth: er weiß, daß„ sein Wuchs ein niedliches Kleid nicht verunstaltet,

und er hält dafür, daß ein Mann vom Geschmacke

es auch in seinem Anzüge seyn dürfe. — Nach

einem fünfjährigen Ehestande tonnen Sie mir im-„ mer zutrauen, daß mir keine blinde Leidenschaft den„ Pinsel führe: vielleicht können Sie einmal meine„ Schilderung gegen das Original halten, wenigstens

wenn meines Mannes sehnlicher Wunsch in Erfül-,? lung geht.

„ An diesem Manne hat mich Anfangs die Ge-

stalt, aber als ich ihn naherkannte, sein redliches,, H^ gerühret: ich würde ihm die Hand gereicht„ haben, wenn er auch häßlich gewesen wäre. 1lr>5

eigennützig in seiner Liebe, beschäftiget er sich noch„ itzt hauptsachlich, mich und meine Schwestern glück-

„ lich