Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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^, aber cm guter Hausvater, bis auf kleine und nicht5, anhaltende Aufwallung, ein redlicher Freund, ein5, Enthusiast für den guten Geschmack, und ein ehr«n licher Mann ist er gewiß.' ich weiß nicht, ob das5, die Freygeister sind! ^

Nehmen Sie immer nicht alles so nach der buch-stäblichen Lage, was ich auf Geheiß einer FreundinnHinsehen mußte? Ihre Güte verkleinert meine Unar-ten , so sehr sie sich die Mine der Aufrichtigkeit zu ge-ben sucht; und die kleinen Anflüge vomGutcn werdenin ihrem Munde sehr schätzbare Tugenden. Ich ken-ne mich, daß ich jähzornig gebohren bin, und Theresiemuß mich oft übertragen, aber erlauben Sie hinzuzu seßen: schmollen kann ich nicht» Meine Freymü-thigkeit geht oft zu weit, und mein Hang zur Saty-re sieht sehr durch alle meine Schriften. Eigenliebeund Stolz sind vielleicht die eigentlichsten Triebfedernmeiner Anwendung, der ich dennoch das Glück ih-rer Freundschaft schuldig bin.

Nur was meine warme Freundschaft betrift,daglauben Sie Theresicn ohne Abbruch. Ich würdemich für einen Mann aufopfern, den mein Herz zumFreunde gewählet, aber diese Wahl trist es schwer , undunleugbare Verdienste müssen dieselbe rechtfertigen;wie sehr rechtfertigen die Ihrigen, theurer Klotz ? dieWahl meines Herzens Da ich in der Feeundschaftso niedlich war, denken Sie, mit welcher Behutsamkeitich in der Liebe zugeschritten sey ? Aber, wenn eine güti-ge, zärtliche, sanfte und reihende Frau ein Zeichen vonder Gunst der Vorsicht, und ein Lohn der Tugend ist;

V 4 gewiß