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haben; nun sollten sie nur auch gut gewählt, undvorgestellt werden.
Zwar verschreibt man , woher man immer kann,Schauspieler und Schauspielerinnen; aber leider habenwir in Deutschland nirgend was Bedeutendes. Lv* **hat mir von einem Abt und seiner Frau geschrieben,die viel Talent besitzen sollen; man hac sie wirklich mitguten Bedingungen beyde berufen: aber ich fürchte,es sind Schauspieler, die in einem kleinen Städtchenerträglich waren ; in einer grossen werden sie vielleichtkaum anständig gehen , oder stehen können. UnsernSchauspielern fehlt überhaupt der Ton dee Umgangs:und, unter uns gesprochen, das fehlt auch meistensunsern Gelehrten, und man sieht es ihren Schrif-ten an.
Der beste wird vielleicht auf mich zürnen,daß ich ihm über diesen Punkt eine freundschaftlicheVorstellung gemacht habe. Warum heißt er densehr kleinen einen gnädigen Herrn? einen
Staatsmann? und spricht: daß er auf Schriftstellerund Gelehrte hinab sehe? der gute Mann muß sehrglücklich seyn, daß er der Verfasser einiger Blätterist, die die Journalisten so gut waren zu loben, wel-che aber wegen der häufigen Lokalspasse bey uns wenigAnziehung haben.
Doch ich denke nicht, daß ^zürnen wird,er ist mein sehr ämsiger Korrespondent, und Hot mirmein Bildniß abgcfodcrt, um es seinem ersten Bandevorzusetzen. Ich sende es ihm mit heutiger Post: esist mit Geschmack und Wahrheit gemahlt, wenn ernur einen guten Kupferstecher findet.
Un-