Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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ten wird, aber die Geberde der Schauspielerinn'istvon jener sehr unterschieden. Ihr Gefühl muß we-nigstens sich sehr unglücklich ausdrückendenn imSchmerzen scheint sie zu lachen: im Fischbeinrockekann sie nicht gehen.

Und diese beyden Neulinge spielen, und wollennurjttste Rollen spieleneine Borstellung von Nani-nen hätten Sie sehen sollen, da machte StetgenteslHde» Baron TeUtscheNN Naninen, und zumUnglücke Bruckmamn , welche sonst die Soubret-ten leidlich spielt, machte die Baroninn; das Menschwußte gar nichts an diesem Platze anzufangen , siespielte als ein wahres Trödelweib.

Der jüngere Stephani hat viel Natur zu demmürrischen Alten, wie Storrenfels auch zu denBauren, wie Herzog Michael: den Simon in Geß-nere Erast; solche Rollen spielt er unverbesserlich,ober wenn er nur den geringsten Anstand in einerRolle haben muß, da ist er nicht zu sehen: er weißkeinen Fuß ;u setzen, hat nur zwo Hände zu viel, undganz keine Geberde, die was taugte, also im hohenKomischen und Tragischen ganz unbrauchbar: aberauch in chargirten Väterrollen nicht zu sehen denner faselt unerträglich, lärmt, trippelt, daß mir dar«über der Schweiß auöbricht.

Das sind die neuen Eroberungen : die junge Ja-ket ist ein vortressl cheS Mädchen, schade daß sie nichtsehr fein hört, aber sonst die angenehmste Figur, eineschöne Hand und edle Geberde, Gefühl, Anstand,»ur ihre Stimme muß noch mehr bearbeitet werden»

Ein