(Langer, mein theuerster Freund, kann ich es un-möglich aufschieben, Ihnen zu sagen, daß Sieunö mit einem fürtrcfflichen Werkchen beschenkten.Singen wollte ich Ihnen meinen Beyfall, so sehr be-geistert war ich, umsonst, man ließ mir keine Stun-de Zeit dazu? Kaum konnte ich es lesen, das Werkmeines Kiotz, nach welchem mich ein halbes Jahrverlanget hatte. Wie man über die Menge fürtress-iicher Werke der Alten erstaunet, wenn man Romin einem Tage durchwandert, und nun den TorsalZfastet, eine lange Zeit aus ihren Anblick zu verwenden,eben so gieng es mir bey dem flüchtigen Lesen. Amor und die Musen haben ihn begeistert, meinen K»0h!In den schönsten Tagen des Frühlings werd ich esstudiren, das Werk, daö unter meinen LieblingSbü-chern hingestellet ist, zum Denkmal der zärtlichstenFreundschaft, und das, so bald ich reicher werde,mit allen barin beschriebenen Gemmen ausgeschmückterscheinen soll!
Wie aber, mein theuerster Freund, wie geriethenSie auf die wunderbaren Fragen'.
Hab ich ihn beleidiget?
Haben andere mir leine Liebe geraubt?Beleidigen kann mein Klvß mich nicht, er liebt michallzusehr. Ich kann meine Freundschaft niemand rau-ben, sie gründet sich aufallzugrosse Verdienste! Meinlanges Stillschweigen kam von der Furcht, Sie, mein
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