Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Verdiensien begabt war; aber ich fand, wie eS eineSympathie des Herzens giebt, baß auch eineSym-parchie des Bersiandeö statt finde, wodurch man sichin die individuelle Denkungsart beffer hineinwindenkann, als irgend ein anderer. Ich habe unserer LiKteracur aufrichtig Giück gewünscht, daß der erleuchttete König den Berdicnsten eines Deutschen hat Ge-rechligkeic wicderfahren lassen; daß er den Geist nichcnach dem französischen Himmel, den Philosophennach dem Mantel, noch den Philologen nach demBarte beurcheilc hat. Sie klagen über den Mangelan Büchern und kritischen Freunden in Halle ; wenig;stenö werden Sie doch welche in der Nahe haben;aber ich mir selbst überlassen, keinen Stamm,um den ich mich winden könnte; denn der Dssiwant übt die sublime Kunst des Schreibens und Geld-zählene, und der Schulmann pedantisirt. Entferntvon Buchladen, öffentlichen und Privatbibliochekensißeich, wie ein unglücklicher Robimon aufdem Aari-bischen Eilande, und sehe durch das Fernrohr derZei-ttmgcn und Journale aufdas ftste Land der Litteraturseufzend hinüber; und mein Amt ist so unergiebig,daß ich mir nur Esel anschaffen darf, die mir Brobcherbeytragen.

Die Beurtheilung in den ^Äis litter-irüs er-warte mit dem größten Verlangen, und freue michim Voraus den belehrenden und erleuchteten Achterzu finden, den ich mir langst gewünscht hatte. DieRealschulen, deren Sie in Ihrem Briefe gedenken,sind auch in meinen Augen nicht die besondere Erschei-nung, die Mosel in den Reliquien findet; oder daß

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