Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Mittel den vor das gemeine Wesen brauchbaren Mannzu bilden, wie der Verfasser der Fragmente glaubt.Man bearbeitet da6 Gedächtniß aufeine encyclopedischhandwerksmäßige Art, und versäumt die Cultur desGeistes, die meines Erachtens das Hauptwerk inSchulen seyn sollte. Freylich mögen manche Stifterund Aufseher vor dem Geist, wie vor einem Gespensterblassen, wenn sie in ihren Busen greisen, und füh-len, daß sie nur Fleisch und Blut haben. DieSchulen sollten in einer Subordination gegen einan-der stehen , von der hohen bis auf die Dorfschule; sowürde man ihre Gränzen besser übersehen, und dieMittel bestimmen können, wie eine der andern in dieHand arbeiten sollte. Sie müßten mit mehr Ehreund Einkünften versehen werden, die das kläglicheAnsehen eines Zuchthauses vertilgten und dem Bür«ger dieWissenschaften selbst ehrwürdig machen könnten.Aber Ehre und Einkünfte sind an Leute verpachtet,die nichts dürfen gelernt haben, als hurtig Buchsta»benzu malen, ein wenig zu addiren und zu subtrahi»ren. Dieses Feld könnte niemand besser urbar ma>chen, als der Herr Geheimderath Klotz; das Pu>blicum würde Einsichten, der Staat Nutzen, unddie Nachkommen einen Leitfaden bekommen, der sieimmer gerührt aus den Orpheus zurückführen würde.

Erlauben Sie, daß ich noch ein Wort von mei-ner Einleitung in die Ersindungökunst sagen d.irf. Eswar dieses eine Ausdünstung der ersten Jahre/da ichHatte verlassen hatte, und die Demonstrirsucht michjuckte. Herr Moses beurtheilte sie in den Litteratur -triefen sehr oortheilhaft; Abbt wurde darüber ver-

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